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Für immer mehr Menschen in Deutschland ist die private Krankenversicherung (PKV) das Versicherungssystem ihrer Wahl. Dies führt auch in vielen anderen Bereichen zu positiven Entwicklungen. So konnte sich unter anderem das Neugeschäft 2010 stabilisieren, der Netto-Neuzugang verbessern und die Alterungsrückstellungen erhöhen.
Wie die aktuellen Branchenzahlen für das vergangene Jahr zeigen, konnte sich das Neugeschäft auf einem guten Niveau stabilisieren. Auch die Gesundheitsreform sorgte nicht für Einbrüche, wie ein aktueller Artikel in der PKV Publik (Ausgabe 3/2011) zeigt. Insgesamt sind zum Jahresende 2010 8,9 Mio. Menschen in der PKV vollversichert gewesen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 1 %. Mit 84.700 Personen betrug der Netto-Neuzugang jedoch im Vergleich zum Vorjahr nur rund die Hälfte. Grund hierfür ist der in 2009 vorhandene Sondereffekt der allgemeinen Versicherungspflicht, sodass zahlreiche Unversicherte Personen eine entsprechende private Krankenversicherung abgeschlossen haben. Wäre dieser Effekt 2009 nicht gewesen, wären die aktuellen Werte durchaus vergleichbar gewesen. Zudem konnte die PKV zeigen, dass sich Nachhaltigkeit auszahlt. So wurden die Alterungsrückstellungen trotz der anhaltenden Auswirkungen der Bankenkrisen bis Jahresende um 6,7 % auf 155 Mrd. EUR erhöht. Hiervon entfallen 133,5 Mrd. EUR auf die Krankenversicherung (plus 6,9 %) und 21,5 Mrd. EUR. auf die Pflegeversicherung (plus 5,4 %).
Auch im Bereich der Zusatzversicherung war das Wachstum 2010 solide. Hier wurden rund 428.000 neue Verträge abgeschlossen, was einem Plus von 2 % entspricht. Gerade durch die aktuellen politischen Debatten über die Zukunft der Pflege scheint die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Deutlich wird dies vor allem an der steigenden Zahl der abgeschlossenen Pflegezusatzversicherungen. In diesem Bereich kann ein Zuwachs von 13,4 % verzeichnet werden. In Bezug auf die Gesamtbevölkerung gibt es mit nur 1,7 Mio. Verträgen jedoch noch großen Nachholbedarf bei der Absicherung der Pflege.
Im Bereich der Krankenversicherung stiegen zudem die Beitragseinnahmen auf rund 31,2 Mrd. EUR. (+ 6,1 %) sowie in der Pflegeversicherung um 2,1 Mrd. EUR, was einem Plus von 1,7 % entspricht. Die nach wie vor wichtigste Säule der PKV ist mit einem Anteil von knapp drei Vierteln an den Gesamtbeitragseinnahmen die Krankenvollversicherung. Hierauf folgen die Zusatzversicherungen mit rund 19,3 % sowie die Pflegepflichtversicherung mit 6,3 %. Gleichzeitig erhöhten sich die ausgezahlten Versicherungsleistungen in der Krankenversicherung um 3,7 % auf 21,2 Mrd. EUR, sodass die Kostenentwicklung im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt ist, auch wenn sie noch immer deutlich über der allgemeinen Preissteigerung liegt. Bei der privaten Pflegeversicherung stiegen die Leistungen um 7,8 % auf 0,72 Mrd. EUR.
Für 2011 wird auch wieder eine Steigerung im Bereich des Neugeschäfts erwartet, da die alte Rechtslage von 2007 wiederhergestellt und die Drei-Jahres-Frist für den Wechsel aus der GKV in die PKV wieder abgeschafft wurde. So kann jeder, dessen Einkommen bei einer neuen Beschäftigung über der Versicherungspflichtgrenze (2011: 49.500 EUR) liegt, ohne Wartezeiten in die PKV wechseln. Bei Gehaltserhöhungen ist dies jeweils ab dem 1. Januar des Folgejahres möglich.
Insgesamt wird durch die aktuellen Zahlen deutlich, dass die private Krankenversicherung solide aufgestellt ist und auch in Zeiten der Krise bestehen und sogar wachsen kann. Die noch immer schwankende Ausgabenentwicklung verdeutlich aber auch, wie wichtig die Erhaltung von Verhandlungsmöglichkeiten mit Ärzten und anderen Leistungserbrindern ist, um über Qualität und Menge einen Einfluss auf die Kosten nehmen zu können.
Quelle: LexisNexis GmbH
Nürnberg, 28.11.2011
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